Und überhaupt, was soll ich hier

Nachdem ich in der Nacht ständig über Selbstverletzung nachgedacht habe (würde so gerne. Muss dann aber Krankenhaus. Kostet Taxi. Betäubung tut scheiße weh. Tagelang Schmerzen. Danach tagelang jucken. Wundkontrolle. Fäden ziehen. Neue Narben.) konnte ich irgendwann mit ‚the walking dead‘ einschlafen. Chrissie hat es gestern so treffend geschrieben. „So Horror der gruselig ist, viel schlimmer als mein eigener momentaner Horror.“ Das trifft auch meine Situation ganz gut im Moment. Ich weiß nicht, warum die Erinnerungen im Moment wieder so enorm hoch kommen. Ich mag mich verstecken davor, will sie nicht in meinen Gedanken, in meinen Gefühlen.
Das Katerkind hilft viel in den dunklen Nächten. Er schläft unter meiner Bettdecke, schaut ab und an mit seinen großen Kateraugen unter einem Deckenzipfel hervor, schnurrt sich in den Schlaf. Er hilft mir in der Realität zu bleiben, nicht ständig wegzudriften. Wenn ich aufstehe werde ich von den Meerchen angequietscht, sitze ich auf dem Sofa stellen sie sich oft an den Rand und schauen, was ich so treibe. Ich will es endlich in Angriff nehmen ein süßes kleines Mädel zu finden, dem ich ein Zuhause geben kann.

Für heute habe ich ein paar Dinge geplant, die mir hoffentlich gut tun. Ich will in die Klinik eine Freundin besuchen, will hier weiter Ordnung schaffen, Wäsche waschen, die Meerchen umtopfen, K. will irgendwann noch vorbei kommen. Etwas tun, den Kopf beschäftigen. Und bald muss ich endlich mal den Schal für mein Schwesterherz fertig kriegen, der eigentlich letztes Jahr schon fertig sein sollte. Und ich will lernen Socken zu stricken, den Anfang kann ich schon.
Und in dieser Woche will ich es schaffen meine Küchenhängeschränke zu kaufen. Pläne, Dinge, die meinen Kopf füllen, meine Hände beschäftigen.
Ich will mich nicht von der Vergangenheit einnehmen lassen. Ich will diesen Erinnerungen keine Macht über mich geben. Das sind sie nicht wert. Das ist er nicht wert.

Und wie das Leben leider nun mal ist
Man merkt erst, dass man’s braucht
Wenn man es beinahe vergisst
Und jedes mal klopft dann die Frage an
Braucht man eigentlich das
Was man vergessen kann

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