Und wenn ich auch laufe durch’s finstere Tal

In Stuttgart ist die lange Nacht der Museen. Und ich werde traurig. Denn ich war immer mit meinem Vater dort. Damals. Es scheint so lange her. Das waren welche von den guten Momenten, meistens. Nächte, die interessant und spannend waren, die schön waren. Und ich habe das Bedürfnis ihn anzurufen. Weil ich mich an die gute Seite in ihm erinnere, weil wir dann schöne Momente hatten. Ich kann das nicht in Einklang bringen mit seiner anderen Seite. Kann nicht klar kriegen, dass eine Person so völlig verschieden sein kann. Kann diese zwei Gesichter nicht miteinander in Verbindung bringen. Wenn ich an die guten Momente denke, dann vermisse ich ihn, will anrufen, will mit ihm telefoniert. Dann kommt die Erinnerung an die anderen Momente. Und dann hasse ich ihn. Und dann hasse ich mich, weil ich das Gefühl habe ihn nicht hassen zu dürfen. Chaos im Kopf. Bäh.

Der Tag war schön. Ich war mit einer Bekannten in der Hauptstadt, wir saßen in der Sonne und danach im Kino. „Raum“ handelt von einer Frau, die mit 17 entführt und in einen Raum gesperrt wird. 7 Jahre später schafft sie es mit Hilfe ihres 5jährigen Sohnes zu entkommen und mit ihm einen Platz in der Welt zu finden. Sehr bewegender Film, sehr toll gespielt.
Es war ein schöner Mittag und Abend und tat sehr gut. 🙂

Am Donnerstag war ich mit meiner Mutter nach einer Waschmaschine schauen. Wenn ich Glück habe wird sie nächste Woche geliefert und die alte wird mitgenommen. Hoffentlich, denn ich kann ja nicht waschen. Und muss auch sonst irgendwie den Kliniktermin verschieben.
Und vielleicht ist auch nächste Woche mein Handy endlich fertig.
Ansonsten war ich in den letzten Tagen nicht sonderlich produktiv, abgesehen von einkaufen und Krankenkasse entnervt fragen, was schon wieder mit meinem Geld schief lief. In der Nacht auf Freitag lag ich wach bis 5 und kam dann auf letztendlich knapp 90 Minuten Schlaf, bevor ich in die Klinik tapste und mich von I. verabschiedete für die nächsten 3 Monate bis sie wieder kommt. Sie wohnt nicht in Deutschland, sie einfach so besuchen fällt also aus.
Morgen werde ich mich auf den Weg zu Mama und Schwesterherz und Lieblingsschwager in spe machen und mit ihnen zusammen in den Zirkus gehen, das hat Mama sich gewünscht. Ich würde lieber zuhause bleiben und mich vor der Welt verstecken, aber vermutlich ist raus kommen besser. Auch wenn ich seit Ostern genug Mama hatte für die nächsten paar Wochen. Oder Monate.
Und nun werde ich aufräumen. Gegen das Chaos im Kopf. Oftmals hilft das, vielleicht habe ich ja Glück. Denn ich mag nicht heute noch heulend und mit einer Klinge im Bad sitzen, dafür war der Tag zu schön.
Der Tag war gut und er bleibt auch gut. Schritt für Schritt und Skill für Skill.

Zuhause ist die Welt noch in Ordnung
Hier ist mein Unterschlupf im Krieg

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