Und wir tanzen den Weltuntergang

Es gibt einige Dinge auf die ich Körperteile verwetten könnte, dass sie so passieren. Zum Beispiel kommen Pakete grundsätzlich dann, wenn ich nicht zuhause bin oder gerade etwas mache, bei dem ich wann erst nach ’ner Minute die Tür öffnen kann.
Gerade war ich dabei meinen Arm zu verarzten und neu zu verbinden, alten Verband und Kompressen grade abgefummelt, Desinfektionszeug in der Hand… Und es klingelt. Nun mit blutverschmiertem Arm mit Wunden die Türe öffnen oder schnell etwas langärmliges überziehen? Zum Glück war die Postfrau neu und brauchte einige Zeit um mit ihrem Scanner und dem Paket klar zu kommen, also war sie noch da nachdem ich schnell ein langärmliges Kleidungsstück vom Wäscheständer geangelt und mir übergezogen hatte. Und nun hätte ich ja total Lust meinen neuen Reciever zu programmieren, zu schauen wie das mit dem Aufnehmen funktioniert und all den Kram. Stattdessen muss ich gleich meinen Arm fertig einpacken, mich anziehen, schminken und die Haare kämmen und vor die Tür fallen und Richtung Mama fahren.
Katerkind wird am Donnerstagmorgen entmannt und kriegt seinen Chip. Zwölf Stunden davor darf er das letzte Mal fressen. Er wird wohl jämmerlich verhungern bis dahin, die arme kleine Fressmaschine. Ich muss schauen wie ich das mache, theoretisch muss ich den Meeris dann ihr Futter ja auch wegnehmen, zumindest Heu und alles an Frischfutter, da mampft er ja immer mit. Und ich bin gespannt, ob und wie ich ihn in die Transportbox kriege und wie ich dann danach aussehe.
Morgen muss ich mich dringend um den Termin beim Psychiater kümmern, denn der ist an einem Tag, an dem ich ca. 550 km weit von der Hauptstadt entfernt sein werde, denn: die „Zitrone fährt weg“ – Tour geht in die zweite Runde. Diesmal stehen Hannover und Hamburg auf dem Plan.
Mal sehen, wie sich das regeln lässt mir Krankenschein und Termin und so.
Für mein Klinik-Kopf-Krankenschwester-Problem habe ich eine Lösung gefunden, mit der es mir hoffentlich besser gehen wird als derzeit, das zeigt sich dann am Donnerstag.
Ich muss auch mal schauen, wann ich wo schlafen werde in der Zeit, die ich weg bin. Ob ich eine Nacht in Hamburg bleibe oder nur einen Tagestrip daraus mache, wen ich wann treffe, ach, ich freue mich einfach.
Die Wunden an meinem Oberschenkel sehen gar nicht gut aus. Ich habe sie nochmal mit antiseptischer Salbe eingeschmiert, wenn es bis Ende der Woche nicht besser ist muss ich damit wohl zu meiner Ärztin. Mittlerweile produzieren nämlich einige Wunden unschöne Flüssigkeiten, die eindeutig auf eine Entzündung hinweisen.
Das wird lustig heute, mit entzündeten Wunden, frischen Wunden und genähten Wunden auf ein Konzert. Aber selbst mit gebrochenem Sprunggelenk bin ich zu den Hosen gefahren und bei Jennifer Rostock gewesen. Was man für Musik nicht alles so tut. ❤
Mal sehen, ob ich demnächst noch zu Bosse gehe und das Jupiter Jones Konzert auch noch besuche. Ich muss viel mehr Dinge tun, die meiner Seele gut tun. Reisen. Musik. Bücher. All diese Sachen brauche ich einfach, damit das Chaos erträglich ist, damit die Löcher in mir vielleicht kleiner werden und irgendwann nur noch Narben bleiben.
Leben. Atmen. Weitermachen. Auch wenn mir gerade absolut gar nicht danach ist und ich die ganze Scheiße am liebsten hinwerfen würde.

Eins hab ich gelernt, dass die Erde sich dreht
Ganz egal wer grad kommt oder geht
Und richtig und falsch müssen Zwillinge sein
Schließlich trifft man sie selten allein

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