Vielleicht liegt’s vor uns und wir sehen’s bloß nicht 

Eigentlich habe ich den größten Teil des Tages verschlafen. Finde ich auch mal gar nicht so schlimm, ich bin krank, ich darf das. Um 8 Uhr war ich heute morgen wach, bin aufgestanden und habe mich langsam fertig gemacht und halbwegs anständig vor die Türe gehen zu können, war ein paar Dinge einkaufen. Daheim habe ich mir Suppe und Tee gekocht, gegessen und bin wieder ins Bettchen gekrabbelt. Und habe bis kurz vor 5 geschlafen.
Nun hat sich doch der Antrieb durchgesetzt und ich habe zuerst mein Wohnzimmer, dann das Schlafzimmer aufgeräumt (bzw muss im Schlafzimmer ein paar Kleinigkeiten noch machen). Wenn ich bedenke, dass meine Wohnung wirklich nicht riesig ist, dann frage ich mich immer wieder wie so viel Chaos entstehen kann. Hauptsächlich stammt es aus den antriebslosen Tagen vor der Klinik, die Tage in denen ich nicht wirklich irgendwas hingekriegt habe.
Meine Anspannung ist heute im unteren Bereich, es gibt immer mal wieder Dinge, die sie steigen lassen, aber ich kriege sie auch gut wieder runter. Solange ich keine Hochspannung habe klappt das mittlerweile echt ganz gut.

Nun sitze ich auf meinem Bett, schaue das Konzert von ‚von Brücken‘ im Livestream, richte währenddessen meine Medis für eine Woche.

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Ich werde mir noch ein wenig Bedarf aus meiner Drogenkiste raus holen und dann das komplette Ding, inklusive Nummer von der Klinik obendrauf, auf meinen Küchenschrank packen. Mal sehen, vielleicht schaffe ich es die Klingen mit da rein zu stecken, dann wäre auch da die Schwelle nochmal etwas höher. Klar könnte ich sie einfach auch wegwerfen, aber ich brauche derzeit die Sicherheit, dass welche da sind. So wie ich früher die Sicherheit brauchte, dass immer welche im Geldbeutel/in der Tasche/irgendwo dabei waren. Das brauche ich mittlerweile nur noch selten, aber ab und an dann doch.
Vielleicht habe ich später auch noch die Motivation in meiner Küche ein wenig Ordnung zu machen. Bevor meine Mama morgen hier einfällt, um mit mir einkaufen zu gehen, muss ich das Chaos dort auf jeden Fall beseitigt haben, sonst kommt sie auf die Idee aufräumen zu wollen. Ich bin schon immer ausgeflippt wenn sie meinte sie muss mein Zimmer aufräumen, in meiner Wohnung darf sie das definitiv nicht. Außerdem muss ich ein wenig die Dinge wegräumen, die davon zeugen, dass ich psychisch ein wenig kaputt bin. Sowas wie Medis (das mache ich ja eh gleich), Rasierklingen, vollgeblutete Handtücher, all so ein Kram eben.

Vorm Schlafen werde ich mir noch eine heiße Zitrone machen, noch meine diary card für heute schreiben, den Meeris noch ein wenig Heu geben und meine Medis futtern. Und ich glaube die Küche mache ich morgen, denn für heute habe ich wirklich schon einiges erledigt. Ich hoffe, dass ich morgen dann halbwegs aus dem Bett komme, aber meine Schlafphasenweckerapp trifft in letzter Zeit relativ gut den richtigen Punkt um mich zu wecken. Außer der Kater hüpft im Bett rum, darauf reagiert die App
dann natürlich auch.

Positives heute:
Auskurieren. Schlafen.
Von Brücken – Konzert
Aufräumen und putzen und stolz sein auf das Ergebnis.
Katerkind.
Einkauf hinkriegen.
Medis auf den Schrank verbannen.

Vielleicht macht’s Sinn sich noch mal neu zu verirren 
Denn jede Suche führt uns näher zu uns 

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