Vielleicht tu‘ ich das für mich

Man merkt, dass man ein Stadtmensch ist, wenn man zu einer Straßenbahn rennt, die alle 8 Minuten fährt.
Da mir der ganze Spaß mit Therapie und Bahnstreik zu heikel war, bin ich relativ früh gefahren. So habe ich nun Zeit gehabt durch die Stadt zu bummeln, meiner Mutter was zum Muttertag zu fangen, jetzt sitze ich noch ein bisschen rum und warte auf den Bus.
Nach der Therapie geht es heim, dann später in die Klinik zu Tina und Kuchen backen.

Immer wieder Einzelschritte
Den Fluchtpunkt in der eigenen Mitte
Von den Rückblenden ins Hier und Jetzt
Sind viel zu harte Schnitte
Mit den Händen auf dem Rücken
Und dem Kopf im Sand
Das Blut im falschen Körperteil
Einfach davon gerannt

Ich bin gespannt was die Therapie heute bringt. Ich hoffe sie macht mich nicht ganz so fertig wie sonst in letzter Zeit, dazu habe ich momentan weder Kraft noch Lust. Aber was muss dass muss eben. Und so kämpfe ich eben weiter vor mich hin, versuche stark zu sein, nehme meine Medikamente schön brav und kümmere mich um meine Wunden.
Das Leben geht weiter. An manchen Tagen plätschert es einfach so vor sich hin, manchmal fühlt es sich aber auch nach einem Ritt im Wildwasser an, manchmal auch nach stehendem Gewässer. Aber es geht eben einfach weiter. Zumindest solange es nicht endet. Die Suizidgedanken sind zum Glück momentan nicht ganz so krass, da bin ich froh drum und genieße es, dass ich nicht auch noch dafür Kraft aufwenden muss.
Und so höre ich Jupiter Jones in Dauerschleife, beobachte die Menschen um mich rum und versuche ganz bewusst einfach im hier und jetzt zu sein.

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