Warum tut es heute noch viel mehr weh als sonst 

Ich bin irgendwann heute morgen wieder Zuhause eingetrudelt. Nassgeschwitzt, erledigt, aber glücklich. Bei den ganzen Liedern einfach laut mitsingend, die tollen Menschen auf der Bühne sehen, die Freude auf der Bühne und im Publikum spüren… Es war einfach wunderbar.
Zuhause fing dann wieder das übliche Drama an. Diesmal hab ich mir die 5fache Dosis der Medis eingeworfen. Runter kam ich trotzdem nicht. Ich muss damit aufhören, nicht umsonst hab ich eine festgelegte Dosis der Medikamente. Klassischer Fall von „ach, nehmen wir die Medikamente doch mal nach Lust und Laune“.
Ich hab dann in der Nacht noch meinen Reciever an Fernseher und Satellitenschüssel angeschlossen und an den Router. Nachher werde ich mal die Festplatte dran hängen und die Aufnahmefunktion testen.
Das ich dann gestern die spektakulärsten Kriminalfälle geschaut habe hat sicherlich nicht zu einer ruhigen Nacht beigetragen.
Heute muss ich definitiv ein wenig Ordnung schaffen, schon allein weil ich alles essbare vor Katerkind verstecken muss. Morgen geht es ihm dann an den Kragen bzw. die Hoden. Er tut mir jetzt schon leid, weil man ihm ja schlecht erklären kann, was passiert und was die Narkose mit ihm macht.
Aber erstmal muss ich essen und im Tag ankommen.
Dabei schaue ich alte Folgen Löwenzahn und habe mal wieder das Gefühl, dass ich alt werde. Peter Lustig ist gestorben, einer der Helden meiner Kindheit.  Am Wochenende veranstaltet das ZDF eine Löwenzahn-Nacht. Jede Woche stand Löwenzahn während meiner Kindheit auf dem Programm, hat mir Wissen vermittelt und war ein fester Bestandteil meines Lebens. Manchmal komme ich noch gar nicht wirklich mit meinem Alter mit, besonders wenn die Flashbacks mich über längere Zeit so quälen. Dann fühlt sich einfach alles an wie früher und ich kriege es nicht klar, dass seitdem über zwanzig Jahre vergangen sind. Realität ist momentan eine schwierige Sache. Schmerzen helfen, nur langsam müssen die Schnitte immer tiefer sein, um mich hier zu halten, und ich mag das ganze eigentlich nicht noch länger weitertreiben. Irgendwann ist mein Arm nämlich auch zuende und da kommen Dinge, die ich nicht durchschneiden will.
Einfach weitermachen. Ausatmen und einatmen und ausatmen und einatmen. Im Tag und im Leben ankommen. Den Kram erledigen, der zu erledigen ist. Funktionieren. Aufgeben wird immer mehr zur Option, obwohl es eigentlich keine Option ist. Furchtbar.

Der Himmel in grau, dunkle Wolken ziehen auf 
Ich atme den Regen, ertrage das Leben 
Der Himmel in grau, wäscht den Dreck von meiner Haut 
Nur an Tagen wie diesen brechen meine Wurzeln den Beton wieder auf

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