Was jetzt fehlt ist ein Weiser für den Weg, für die nächsten Wochen

„Haben Sie nochmal versucht sich etwas anzutun?“ – „Ich hab nur geschnitten.“ – „Na das reicht ja schon.“ Morgendliche Arztgespräche. Sie fragt nach meinen Plänen, wie es aussieht mit der dbt. Und sie fragt, ob ich mich melde, wenn ich Hilfe brauche. Ich sage ja, meine aber eigentlich keine Ahnung.
Gerade heute, im hier und jetzt, fühle ich mich furchtbar verloren. Klein, unbedeutend, in der Leere schwebend. Ich mag dieses Gefühl ganz und gar nicht. Wieder mal dieses „nach guten Tagen“.
Der Abend war schön, der Film war toll. Wir haben viel gelacht, davor, dabei, danach. Schwesterherz tut immer wieder gut.
Und heute kämpfe ich wieder. Dieses auf und ab raubt Kraft, macht unglaublich müde. Ich stehe am Bahnhof und denke darüber nach, wie leicht es wäre. Ich denke daran, dass ich nachher zum Psychiater muss, Rezept abholen, und wie einfach es wäre mit den ganzen Tabletten. Ich laufe durch meine Stadt, sehe die ganzen Brücken, und denke daran wie einfach dieser letzte Schritt wäre. Und wie schwer im Vergleich dazu das Weiteratmen.
Gleich gibt es Tee mit einem der Herzmenschen, am Wochenende kommt ein anderer Herzmensch vorbei. Dinge, die mich im Leben halten.
Nächste Woche ist die Beerdigung von Maria. Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie tatsächlich weg ist.

Dein Arzt hat gesagt es ist okay
Aber alles tut weh
Deine Freunde sagen dir es geht vorbei
Aber es geht nicht so leicht

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