Weiter.

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Darf ich vorstellen: der Herr Zitronenkater.
Er ist der Grund dafür, dass ich heute nur widerstrebend zurück in die Klinik bin.
Also bin ich nun offiziell Dosenöffner. Beziehungsweise ab Mittwoch, denn bis dorthin bin ich noch in der Klinik. Am liebsten würde ich direkt wieder nach Hause, mir den Kerl wieder holen und ihn den ganzen Abend knuddeln.
Eigentlich gehört(e) er der Patentochter meiner Nachbarin. Die ist seit einer Woche bei meiner Nachbarin zu Besuch, mitsamt Kater und Kind. Das arme kleine Fellbündel wird von ihrem (Ex-?) Freund getreten, geschlagen und am Schwanz gezogen. Der Freund sagt, er kann sich nicht benehmen, verpinkelt die Wohnung. In den 1 ½ Tagen bei mir hat er nichts dergleichen getan. Er ist eben auch erst 4 Monate alt und dementsprechend verspielt. Er beißt einem in die Zehen, springt auf den Küchentisch, will am liebsten beim kochen in der Pfanne sitzen und braucht eben vor allem eins: unglaublich viel Zuwendung.
So habe ich die Zeit Zuhause hauptsächlich mit spielen, füttern, kraulen und Zitronenkater aus dem Meerizuhause verbracht. Er weiß noch nicht wirklich, was er von Ihnen halten soll. Wenn sie sich bewegen rennt er meistens einfach weg. Aber er hat auch schon versucht sie anzustupsen und geschaut wie sie reagieren. Und er hat auch teilweise einfach nur lange im Heu gelegen und ihnen beim Fressen zugeschaut.
Ich freue mich vor allem einfach unglaublich über den kleinen Fellhaufen. Lange wollte ich wieder einen Kater, eigentlich seit ich bei meiner Pflegefamilie auszog.
Nun hat es sich zufällig ergeben und ich bin furchtbar verliebt in ihn.
Auf der anderen Seite bringt es viel Neues und vor allem auch Anforderungen mit sich. Morgens aufstehen und Dosenöffner spielen, täglich das Katzenklo säubern, Futter und Streu besorgen, spielen, spielen, spielen.
Ansonsten geht es mir ganz gut. Zuhause war es schwer mit dem schlafen und zur Ruhe kommen, aber sonst schön.
Ich fühle mich derzeit so stabil wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Der aktuelle Aufenthalt hat ganz viel Stabilität in mein Chaos gebracht und ich hoffe, dass es eine Weile so bleibt.
Morgen habe ich wieder ein Gespräch mit meinem Psychopeuten. Vielleicht werde ich das mal ansprechen mit diesem nicht zur Ruhe kommen können und wollen. Mit diesem Achtsamkeitsding, dem teilhaben. Nur eine Sache tun, das ist für mich so unglaublich schwer.
Meinen Abend lasse ich nun ohne Katerchen ausklingen, dafür mit Tatort. Eine Sache tun. Nur Tatort schauen. Ich werde es mal versuchen.

Wie’s niemals war
so wird es sein
Und wenn es sein muss ganz allein
Und wenn ich fall, dann nur bergauf
ich atme ein und ich lauf, lauf immer weiter
Weiter.
Weiter.
Ich geh immer weiter

1 Comment

  • Die Katzen, die zu einem kommen, wenn man eigentlich gerade garkeine sucht, sind die besondersten. Ich bin in einer ähnlichen Situation, meine Mieze wird nicht mehr lange bei mir sein (sie ist sehr krank) und ich wollte noch garnicht über eine neue nachdenken, da tauchten 4 kleine Wesen bei uns auf, von denen wir 2 behalten (und 2 weitervermitteln) werden. Wundertolle Miezen!
    Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Katerchen, Miezen sind so großartige, einfühlsame und beruhigende Wesen!

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