While deep inside you’re bleeding

Für mich ist nun offiziell Winter. Ich habe meine Jacke aus dem Schrank geholt, in der Wohnung die Heizungen angemacht und Katerkind schläft auch nur noch unter der Decke.
Draußen ist es kalt und trüb, in 2 Monaten ist dieses Jahr, dass bisher so rund lief wie ein Dreieck, dann auch vorbei.
Für mich ist heute schon Weihnachten, denn ich habe mir das neue Anno geschenkt. Die Vorgänger habe ich alle sehr gerne gespielt, mal sehen wie es nun wird. Jedenfalls habe ich nun etwas zu tun in den schlaflosen Nächten.
Die letzte war wieder miserabel, bis 3 Uhr war ich wach und um 8 bin ich schon wieder aufgewacht. Eigentlich habe ich ja genug Platz im Bett und auch genug Decken, aber Katerkind hat beschlossen sich in 2 ½ der 3 Decken so einzuwickeln, dass für mich nur noch die Hälfte der Kuscheldecke übrig blieb und ich irgendwann kalt bekam. Ich dachte immer, sowas passiert einem nur mit einem Partner, der einem die Decke klaut. Pustekuchen. Ich hätte also gar keinen Platz in meinem Bett für einen Partner, denn ich habe einen Kater. Tolle Sache.

Nun fahre ich zurück nach Hause vom Anno-Jagen. Da es mir gut tut raus zu kommen (auch wenn ich bei dem Wetter am liebsten in Winterstarre oder zumindest Winterschlaf fallen will…) bin ich bis in die Hauptstadt gefahren, und dort auch nicht in den Elektroladen direkt am Hauptbahnhof, sondern noch einmal quer durch die Stadt. Eigentlich wollte ich nur raus um den Suizidgedanken weniger Raum zu geben und um etwas zu kaufen, dass ich hier in der Nähe nicht kriege (nein, keine Rasierklingen. Die gibt es nämlich im Supermarkt im Ort nun auch nicht mehr.) Um das Spiel bin ich dann 20 Minuten herumgeschlichen, ja, nein, vielleicht, jetzt, nächste Woche, doch nicht, usw. Aber letztendlich habe ich es nun.
So habe ich mal locker 3 Stunden des Tages konstruktiv verbracht, ohne die Möglichkeit mich in Stücke zu schneiden oder sonst irgendwie furchtbar destruktiv zu sein. Bus, Zug, Straßenbahn, Bus und nun das ganze wieder zurück. Zuhause werde ich mich dann mit einer schönen Tasse Tee an den PC setzen. Wobei, wenn man bedenkt wie viele Stunden ich vor fast genau 4 Jahren am PC hing und gesuchtet habe, dann brauche ich wohl eher eine Kanne.
Mit dem neuen Anno sind dann auf meinem Schlepptop tatsächlich 4 Versionen von Anno installiert. Es gibt wenige offline-Spiele, die mich länger fesseln. Neben den 2 Vorgängern von Anno gibt es da nur Pokemon auf dem Gameboy (ich spiele es bis heute soooo gerne!) und Age of Empires II.

Vielleicht hilft spielen gegen die Suizidgedanken. Gegen den Krach in meinem Kopf, der sich nicht ignorieren lässt, gegen den Drang mich zu verletzen.

Do you ever feel like breaking down? 
Do you ever feel out of place? 
Like somehow you just don’t belong 
And no one understands you

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