Wir bleiben, wir siegen

In meinem Leben gibt es ja ziemlich viele Dinge, die mich völlig aus der Bahn werfen. Heute ist sowas (mal wieder) passiert. Allerdings absolut nicht im negativen Sinn. Also sitze ich jetzt mit einer Anspannung von mindestens 170 im Zug auf dem Weg in die Hauptstadt. Denn heute morgen schrieb der kleine Bruder „Und darfst du kurz nach S. um dort z.B. jemanden ab zu holen der übel kein plan hat wie er nach dingens kommt?“
Dieser bekloppte, verrückte, bescheuerte, wahnsinnige, wunderbare Idiot hat sich doch tatsächlich fast mitten in der Nacht einfach in den Zug gesetzt um von drübenunten mal eben mehrere hundert Kilometer quer durchs Land zu fahren. Um mich zu besuchen. Ich weiß gar nicht wohin ich mit dem ganzen Chaos in mir soll. Vor allem freue ich mich. Sehr. Seit 7 Jahren haben wir uns nicht mehr gesehen. Lange Zeit davon auch gar keinen Kontakt gehabt.
Seit Alex gestorben ist haben wir viel geschrieben.
Teilweise habe ich auch Angst. Ich habe ihn eben schon lange nicht mehr gesehen. Die letzten Jahre haben mich verändert, ihn bestimmt auch. Ob wir uns immer noch so gut verstehen wie damals?
Ich muss zurück denken an Kroatien. An die Momente vor dem Haus auf der Bank. An die Nacht, in der er sturzbetrunken über die Scheune und den Dachboden ins Haus geklettert ist, weil er seinen Schlüssel verloren hatte.
Ich freue mich. Unglaublich.

Das Leben kam oft anders und selten wie gedacht,
doch wir haben all die Kompromisse nie mit uns gemacht.
Wir würden füreinander lügen, notfalls auch vor Gott.
Wir haben nie drüber geredet, doch wir halten unser Wort.

Kommentar verfassen