Wir haben die Waggons heute falschrum angehängt.

Nachdem ich in der Nacht kein Auge zugemacht habe sind wir heute morgen um halb 6 los Richtung Buchmesse.

Es war wirklich schön und in Anbetracht von gestern auch wirklich das Beste, was ich eigentlich hätte tun können. Es war schön einfach durch die Hallen zu laufen, in Büchern zu stöbern. Allein der Geruch von Büchern, herrlich!
Ich habe mir selbst ein Zentangle-Buch und gute Stifte dafür gegönnt.
Wer Zentangle nicht kennt sollte es mal googlen, es ist interessant. Eine Art meditatives Zeichnen ohne das Ziel danach besonders hübsch oder sonst etwas auszusehen, Fehler machen kann man im Prinzip keine. Eigentlich habe ich sowas schon immer gemacht, mal an den Ränder der Mitschriebe in der Schule, mal über ganze Blätter hinweg. Nur mache ich es jetzt mehr mit dem Ziel dahinter es eben zu machen als nur auf dem Blatt zu kritzeln, weil ich mich so besser konzentrieren kann. Und es tut wirklich gut.
Ja, abgesehen davon, dass es mir zwischendurch immer mal wieder zu viele Leute und Geräusche und alles wurde und ich raus musste war es wirklich schön.

Ich habe mir vorgenommen nächstes Jahr mal früher ins Programm zu schauen, zu planen ob es Sinn macht hin zu fahren und an welchem Tag und dann auch mehr zu schauen, dass ich Autoren zuhören kann, die ich gerne mag oder vielleicht sogar ein Buch signieren lassen.

Nun bin ich einfach nur noch furchtbar müde. Ich bin seit fast 40 Stunden wach, nur unterbrochen von einer Stunde vor mich hin dösen während der Hinfahrt.
Die Rückfahrt ist Dank der deutschen Bahn ein wenig kompliziert. Von Frankfurt hätten wir nach A fahren sollen, von dort nach B und von B fährt dann ein Bus nach Hause.
Letztendlich sind wir mit 40 Minuten Verspätung in Frankfurt los, auf halber Strecke nach A wurde dann verkündet, dass der Zug wegen der Verspätung nicht bis A fahren wird und wir also bei C aussteigen sollen, um von dort einen Zug nach A zu nehmen. Also erstmal warten, bis wir dann in A waren war der Anschluss nach B natürlich schon weg. Und Busse nach Hause fahren nachher auch nicht mehr.
Aber es besteht die Hoffnung, dass ich in ca. 2 Stunden endlich daheim in meinem Bett sein werde und hoffentlich schlafen kann.
Gerade bin ich einfach nur noch furchtbar angespannt und genervt und fühle mich wie kurz vor der Explosion. Kein Wunder, die Faktoren drum rum (Meerchen tot, Schlafmangel, genervt sein durch die Bahn) tragen nicht wirklich dazu bei, dass man eine schöne Anspannung von 20% mit sich rum trägt.
Und auch nicht so schön war es so irgendwie zum ersten Mal seit 2 Wochen meinen Arm zu sehen, so ganz ohne Pflaster oder Verband und lange Ärmel. Irgendwie habe ich das bis heute vor mir selbst verdrängt, gerade eben musste ich dann aber doch schlucken. So viele rote Narben, die sich deutlich von der Haut abzeichnen. Ich will gar nicht wissen wie mein anderer Arm unter dem Verband aussieht.
Und trotzdem würde ich es schon wieder so gerne tun.

Vorhin standen wir auf dem Messegelände und warteten auf unser Essen, da fischte ich auf der Suche nach einem Tempo eine Rasierklinge aus der Hosentasche. Es war so absurd, dass ich einfach lachen musste.

Ich will nur noch heim. Bett, Decke, Augen zu. Vermutlich könnte ich den ganzen Sonntag durchschlafen. Aber ich muss mein Schlafzimmer weiter aufräumen, Wäsche waschen, sauber machen, sowas eben.
Ich war schon lange nicht mehr so furchtbar müde.
Und es ist übrigens auch unglaublich heiß hier drin, ich habe schon den Pulli ausgezogen und habe immer noch warm wie doof.

Meine Damen, meine Herren, danke, dass Sie mit uns reisen
Zu abgefahr’nen Preisen, auf abgefahr’nen Gleisen.
Für Ihre Leidensfähigkeit danken wir spontan:
Thänk ju vor träffeling wis Deutsche Bahn!

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