Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten

Klappe Klapse die letzte für dieses Jahr. „Wie ist es?“ Ja. Im Großen und Ganzen liegen zwischen dem Januar und dem Dezember mehr als ein paar Monate, sondern Welten. Manchmal habe ich aber auch das Gefühl, dass gar nicht so viel anders ist. Aber das ist es eigentlich schon. Anspannung und Suizidgedanken sind zwar immer noch da, aber ich kann besser damit umgehen. Was anstrengender ist derzeit als Anfang des Jahres ist das leidige Thema Essen. Die letzten Nächte, in denen ich immer wieder von ihm träume, schlagen mir auf den Magen. Die Erinnerungen machen Übelkeit, sobald ich etwas im Mund habe, machen ekliges Bauchgefühl und das triggert ungemein. Auf der anderen Seite macht mein Kreislauf nicht immer so mit. Gestern Abend, als ich eigentlich schon im Bett war und dann aufs Klo musste, habe ich meinem Boden einen Besuch abgestattet. Schwarz vor Augen, plötzlich keine Geräusche mehr, bumms, der Boden. Danach habe ich erst mal einen Liter Sprudel in mich geschüttet, weil ich plötzlich so Durst hatte. Und dann konnte ich nicht mehr schlafen, habe mich bis heute morgen von einer auf die andere Seite gedreht, habe walking dead geschaut, habe es ausgemacht, Hörbuch an, Hörbuch wieder aus, walking dead an… Nichts half beim einschlafen, also habe ich es letztendlich aufgegeben und habe angefangen meine Sachen zu packen, meine Tierchen zu versorgen und bin dann irgendwann los Richtung Klinik.
Und hier bin ich nun. Mit Finalgon auf dem Arm, weil das Essen so viel Anspannung und Übelkeit gebracht hat. Ich liege im Bett, mit Musik auf den Ohren, unter der Kuscheldecke und mit Pummelplüschi neben mir.
Die Freundin, die derzeit auch hier ist, triggert mich ziemlich. Gestern hat sie sich verletzt, oberflächliche Kratzer am Unterarm, aber hält es mir natürlich direkt unter die Nase. Jan sagt, dass ich mich besser fernhalten soll. Recht hat er, nur tue ich ja generell selten die Dinge, die mir am wenigsten schaden. Selbst triggern bzw mich wissentlich in triggernde Situationen begeben, das kann ich wirklich gut.
Und in 3 Tagen ist schon das neue Jahr da. Ich bin immer noch nicht damit fertig 2015 zu begreifen, zu fassen was alles passiert ist, und dann ist das Jahr schon vorbei.

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So würde ich meine Vorsätze für das nächste Jahr beschreiben. Let go. Hold on. Leave behind. Start again. Be new.

#welcometomidnight hat mir letztes Jahr gut getan. Einfach zu wissen, dass da so viele Menschen sind, die genauso stolpern und kämpfen mit diesen Tagen, mit diesen Minuten, mit diesem einen Moment.
Noch sind da ein paar Tage Zeit. Alles in mir schreit immer noch danach, dass ich es beenden will, bevor das neue Jahr beginnt. Ich hoffe, dass ich es heil und lebend hinkriege. Und vielleicht auch mit einem kleinen Lächeln, weil dieser Moment doch etwas magisches hat.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Ich will es hin kriegen. Wieder so gesund sein, dass ich mein Leben leben kann. Auch wenn ich wahnsinnige Angst davor habe, vor dem was kommen wird, vor dem was es alles mit sich bringt.
Aber ich mache weiter. Tag für Tag. Schritt für Schritt.

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

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