with blue skies ahead 

Ein paar Dinge muss ich für heute noch aufschreiben. Für mich.
Vorhin hatte ich ein Gespräch mit Schwester Nathalie. Darum, wie es derzeit ist, ob es etwas gibt, dass ich derzeit an der Klinik bzw. der Therapie hier ändern wollen würde, oder war mir hier einfach gut tut. Beim Guten war definitiv die Möglichkeit des kontrollierten Schneidens. Wir haben über die Anspannung geredet, darüber, dass der Druck langsam steigt und immer und immer mehr wird. Und davon, dass dieses „ich könnte wenn ich wollte“ mir Druck nimmt, zu wissen, dass es eben eine allerletzte Möglichkeit gibt, wenn alles andere nicht hilft. Ist auch wieder so eine Sache mit dem Vertrauen. Mir vertrauen, dass ich wirklich alles versucht habe. Mir vertrauen, dass ich nicht zu tief schneide.
Nathalie sagte, dass natürlich nicht jeder kann. Nicht jeder, der hier arbeitet, kann mir die Rasierklinge in die Hand geben in dem Wissen, dass ich mir damit den Arm aufschneiden werde. Kann ich absolut verstehen.
Außerdem hat sie mir auch die Rückmeldung gegeben, dass ich viel an mir gearbeitet habe. Drei Wochen daheim aushalten, vor einem Suizidversuch hier anrufen, dass sind alles Dinge, die relativ gut funktionieren. Das Team ist stolz auf mich, findet es gut wie es läuft und hätte teilweise nicht gedacht, dass ich es schaffe. An mich hat sie das weiter gegeben, damit ich auch mal stolz auf mich bin. Damit ich die Entwicklung sehe. Das tut gut.

Der Tag heute war wirklich gut. Ich habe kaum Druck, hatte Besuch von Chrissie, hab viel Gutes für mich getan.
Außerdem kam heute im Krankengeldzentrum endlich mein Auszahlungsschein an. Nach 11 Tagen, ein Phänomen. Wenn ich könnte würde ich der Post mitsamt ihrem Streik ans Schienbein treten. Ist ja nicht so, dass heute die Miete abging. Oder meine Fahrkarte. Oder, oder, oder. Immerhin hat diesmal nicht die Krankenkasse Mist gebaut, dass ist ein kleines Wunder.

Nun sitze ich hier in der Klinik, schaue mit den anderen einen Krimi, wir mampfen gemeinsam Süßigkeiten und Chips.

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Es tut gut. Hier sein, so sein wie ich sein kann. Ich muss mich nicht verstellen, muss nicht so tun als wäre alles gut.

Trotzdem freue ich mich auf Mittwoch. Wieder in mein eigenes Reich, meine Meerchen wieder kriegen, die Freiheit einiges zu tun und zu lassen, was ich hier nicht tun oder lassen kann. Ich glaube ich muss mir wirklich einen Plan machen. Mit einer tollen Sache, die mir gut tut, damit ich wirklich auch jeden Tag etwas mache.
Und die diary card weiter führen. Und meine Skillliste mal wieder suchen. Und sowieso mehr für mich tun. Sonnenuntergang kucken zum Beispiel. Aussicht vom Klapsenbalkon.

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Not the snow, not the rain 
Can change my mind 
The sun will come out, wait and see 
And the feeling of the wind in your face 
Can lift your heart 
Oh there’s nowhere I would rather be

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