Zu viel

Seit der verwirrenden Nacht auf Montag bin ich ziemlich neben der Spur. Ich schlafe eine Nacht halbwegs gut, dann eine Nacht gar nicht, eine Nacht halbwegs gut, dann nur wenige Stunden… So zieht es sich seitdem und langsam ziehen mir diese seltsamen Nächte den Boden unter den Füßen weg. Ich bin müde und in einem seltsamen Zustand von Dauerdissoziation in den meisten Stunden des Tages. 

Bei meiner Therapeutin erzähle ich von der Nacht. Erzähle von Erinnerungen, die nicht mit Gewalt zu tun haben, sondern mit dem Verhalten meines Vaters, mit Invalidierung und so wenig Verständnis für ein kleines Mädchen, eine beginnende Jugendlichen, für eine Tochter, die einfach Anerkennung und Zuneigung sucht. Diese Momente schmerzen mich immer noch mehr als alles andere. All diese Momente, in denen ich nicht ich sein durfte, in denen ich nicht zählte, in denen ich kein eigenes atmendes Wesen sein durfte. 

Morgen, eigentlich heute, will ich zur Schule. Denn nach vielem hin und her und Chaos weiß ich nun, dass die Auskunft, die ich immer bekommen habe, völliger Käse ist. Für den Abschluss der Ausbildung steht mir ein Zeugnis über die Fachhochschulreife zu, in BaWü habe ich nie etwas anerkennen lassen, die Auskunft der Schule damals war totaler Käse. Dafür haben sie mich dann morgen an der Backe. Und hoffentlich bin ich danach dann schlauer, habe bestenfalls ein Zeugnis bzw. ein Zeugnis in Arbeit. Das ganze geht mir nämlich auch gewaltig an die Substanz. 

Am Freitag steht dann der Rentenversicherungstermin auf dem Plan. Ich bin unglaublich nervös deswegen, unsicher, ängstlich. Ich weiß nicht, ob dort ein netter Mensch sein wird oder ein Bürokratenidiot, der keinerlei Verständnis für mich hat. 

So viel Chaos derzeit und so wenig Kraft aktuell. Und es ist schon wieder mitten in der Nacht und ich mag einfach nur schlafen. Es ist mir einfach zuviel. Leben, atmen, Behördenkram, Haushalt, soziale Kontakte… Zu wenig Löffel für zu viel Kram. 

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